• LH0ezVT@sh.itjust.works
    link
    fedilink
    English
    arrow-up
    2
    ·
    edit-2
    23 hours ago

    Als Muttersprachler hab ich auch nie drüber nachgedacht, insbesondere was dieses ganze Sprachgefühl angeht. Mir ist erst durch Freunde, die Deutsch lernen, aufgefallen, wie sehr der Deutschunterricht darauf abzielt, Leuten, die schon 95% der Sprache passiv aufgeschnappt haben, noch das letzte Stück beizubringen. Diese ganze Sprachgefühl-Sache ist für jemanden, der mit Deutsch aufgewachsen ist, natürlich total sinnig, weil man die richtige Wendung ja schon 1000 mal gehört hat. Für DaF natürlich kompletter Schwachsinn, woher sollen die Sprachgefühl für eine neue Sprache haben. Dafür hab ich deutsche Grammatik “formal” erst durch Lateinunterricht verstanden :D

    Jetzt will ich es wissen: Hast du gute Resourcen zu DaF und wie man das am wissenschaftlich sinnvollsten beibringt?

    • idiomaddict@lemmy.world
      link
      fedilink
      English
      arrow-up
      1
      ·
      edit-2
      20 hours ago

      Die habe ich, aber es hängt vom Ziel ab. Wenn man die ganzen Kleinigkeiten wirklich verstehen will, sind die Duden Grammatik und www.dwds.de nicht zu unterschätzen, aber dafür muss man Deutsch auf einem gewissen Niveau (~B2-C1) schon können. Um soweit zu kommen, sollte man möglichst viel Input*, Zeit solches zu bearbeiten, und durchdachte Korrektur (jeder falscher Artikel muss nicht korrigiert werden aber Fehler, die die Kommunikation verhindern sollten erklärt werden, solange die Situation das erlaubt) kriegen.

      Kurz gesagt ist mein Rat auch nicht so eigenartig. Ich glaube wir legen den Fokus zu scharf auf Auswendiglernen, aber das ist eigentlich nur relevant, wenn man fehlerfrei kommunizieren will. Es ist eine Tatsache, dass viele Menschen kein perfektes, sondern ausreichendes Deutsch können wollen, und das ist okay.

      *Inputquellen, die Lernmotivation erwecken können und die ich nie als Lernende in einem Deutschkurs gesehen habe: Rammstein (nicht wirklich meins, aber etwa ein drittel der deutschlernenden sind nach meiner Erfahrung durch Rammstein zu Deutsch gekommen); gemischtes Hack, oÄ; synchronisierte Serien, die man schon kennt; Tabletopspiele sowie MtG oder DnD; und moderne Jugendliteratur (ich war ein bisschen zu alt damals für die Percy Jackson Bücher auf Englisch, aber sie waren perfekt für mein Deutschniveau und noch interessant als Erwachsene - natürlich wäre etwas unübersetztes wie Tintenwelt noch besser)- dabei ist die Regel, dass man zwischen 2-5 Wörter pro Seite nachschlagen müssen sollte.